Das war mein 2007 – eine Jahresbilanz

Zum Jahresende will ich dieses Mal Googles Webprotokoll als Erinnerungshilfe hinzuziehen. Dieser Dienst von Google ermöglicht es die eigenen Suchbegriffe anzusehen.

Ich finde es ziemlich interessant, im Nachhinein noch zu sehen, was man vor langer Zeit in Google gesucht hat, und welche Seiten man angeschaut hat.

Januar

Im Januar suche ich einiges zum Thema Weltreligionen. Auf ARTE kommt ein Beitrag über die verschiedenen Religionen, was mich zur Recherche treibt.

Ich suche nach Scientology, aber nur um zu verstehen, an was für einen hanebüchenen Scheiß die glauben.

In der Bildersuche suche ich nach einer Diskussion mit meinen Kollegen nach dem Fiat Multipla, weil dies meiner Meinung nach das hässlichste Auto ist, das je hergestellt wurde.

Außerdem suche ich viel nach ExpressionEngine, da die Umsetzung meiner eigenen Website im Januar voll im Gange ist. Besonders segment_1, url_segments und conditional_variable bestimmen diesen Monat.

Februar

Hier war nicht so viel los, vor allem liegt das aber wohl daran, dass ich das Webprotokoll noch nicht aktiv eingeschaltet habe, sondern nur hin- und wieder mal aufgezeichnet wird, wenn ich z. B. in Gmail angemeldet bin.

Die @media in London zieht mein Interesse an, obwohl ich – mal wieder – nicht hin kann darf.

Ich fange an alle unsere Jobs auf der Arbeit in Subversion-Repositorys zu verschieben. Daher benötige ich eine Installationsanleitung für das gottverdammte Linux SuSE 10, weil nur dieses von unserer IT-Abteilung für uns installiert wird. Kompilieren macht jedenfalls unter diesem System keinen Spaß, weil auch wirklich kein Standard-UNIX-Pfad stimmt.

März

Im März erkundige ich mich nach den Palmeninseln und der Weltkarteninselgruppe von Dubai. Der Scheich von Dubai investiert eine Menge, weil er weiß, dass sein Öl in wenigen Jahren ausgehen wird. Natürlich bin ich neidisch auf diese reichen Sackgesichter, die sich dort eine Parzelle kaufen können. Naja, jedenfalls im Moment noch – bis die dann in einigen Jahren weggespült werden.

Bei ExpressionEngine interessieren mich u. a. search_results und wegblog_name, was wohl bedeutet, dass ich gerade die Suche auf meiner Seite programmiere.

Zusätzlich will ich noch wissen, wie man eine Personal-Version von ExpressionEngine zu einer Core-Version downgraded. Ich hab jetzt nämlich zwei EspressionEngine-Projekte, aber nur eine Lizenz. Natürlich gibt es keine Ergebnisse bei pmachine, aber es reicht nach etwas testen aus, wenn man einige der Module löscht.

April

Dieser Monat ist der Kompilierungsmonat, jedenfalls installiere ich die Apple Developer Tools, Subversion unter Mac OS X, und suche nach verschiedenen Linux-Paketen.

ExpressionEngine steht immer noch auf meinem Tagesplan, dieses Mal mit categories, conditionals, Debugging-, Geschwindigkeitsmessungs- und Statistik-Fragen.

Mai

Der Mai ist die heiße Phase in der Entwicklung meiner neuen Website. Das RSS-Modul interessiert mich näher, Attribute, Datumsformatierungen, Conditionals, wie z. B. elseif, sowie comment_count.

Außerdem suche ich nach den Lyrics meiner neuen Alben von den Poets of the Fall, einer wirklich guten, finnischen Rockband.

Juni

Im Juni lese ich das Buch Robinson Crusoe und informiere mich mehr über die Hintergründe der Geschichte.

Sonst kommt mir in diesem Monat Django erneut in meine Gedanken, ich hatte mich schon mal im Herbst des Vorjahres damit beschäftigt, war aber an der Installation gescheitert.

Ich schaue den Film Snakes and Rubies an, in dem Adrian Holovaty und David Heinermeier Hannson die Vorteile und Unterschiede von Django und Ruby on Rails diskutieren.

Ein TextMate-Bundle für Django muss her, und auch ReST als Markupsprache der Djangoseite zieht mein Interesse an.

Logischerweise interessiere ich mich jetzt auch für Python, die Programmiersprache, auf der Django basiert. Das Buch Dive Into Python, das im Internet kostenlos verfügbar ist, lese ich in den nächsten Wochen komplett durch.

Juli

Im Juli beschäftigen mich wieder stark Django und Python: Django Filter, Statische Dateien mit Django u. ä.

Ich schaue mir die SQLite3-Datenbank und ihre Syntax an, da sie für eine lokale Entwicklung geradezu optimal ist.

Irgendetwas treibt mich in diesem Monat dazu, mich nach den Glanzlichtern der Internet-Goldgräberzeit zu erkundigen. Was wurde aus Balthaser Studios, Egomedia, Alien Arts oder All Media Studios. Oder auch dem The Horus Project. Hach, irgendwie war die Flash-Ära lustig. Ein pures wer hat die besseren Animationen. Content? Null.

An Musik suche ich im Juli nach dem Halo 3 Soundtrack und nach den Lyrics von Sound Of Silence.

Ich erkundige mich, ob Jean-Yves Mitton, ein französischer Zeichner, mal wieder einen Band meiner Lieblings-Comicreihe Quetzalcoatl fertiggestellt hat. Er arbeitet leider sehr langsam, dafür mit sehr hoher Qualität, im Durchschnitt schafft er nicht mal einen Band pro Jahr. Der letzte Band erscheint dann nach zehn Jahren seit dem Start der Reihe 2008.

In diesem Monat schaue ich mir im Fernsehen vermutlich Thoughtcrimes an, einen Film, der irgendwie gar nicht so schlecht war, auch wenn die Story etwas seltsam daherkommt.

Und ich suche nach dem Film Staplerfahrer Klaus, ein Klassiker, den man einfach gesehen haben muss.

August

Im August erkundige ich mich nach Googles PageRank, denn mittlerweile sind schon fast vier Monate vergangen, und ich habe immer noch einen PageRank von Null. Ich befürchte die böse Google Sandbox (zu recht, wie ich feststelle).

In diesem Monat erkundige ich mich auch nach Django-Hostern und finde heraus, dass TextDrive jetzt Joyent ist. Ich entscheide mich für Webfaction als neuen Webhoster.

Im August entdecke ich Git für mich, Linus Torvalds fantastisches Versionskontrollsystem. Git ist Subversion in vielen Punkten um Längen vorraus.

Der Mister Wong-Skandal im August ist mal wieder typisch und sehr lustig. Irgendein asiatisch-amerikanischer Typ regt sich unglaublich über die Karikatur eines Chinesen im Logo des Bookmark-Dienstes Mister Wong auf. Faschisten, ihr alle! Hier kommt die braune Keule! Man kann sich auch künstlich aufregen … Tsssss. Jedenfalls muss ein neues Logo her. Die Community soll aushelfen.

Zum ersten mal in meinem Leben beschäftige ich mich im späten August mit LaTeX. Einige Studenten aus unserer Firma haben mich darauf gestoßen. Muss ich können, tu ich lernen. Mein Motto ;)

Auf meinem Nachttisch liegt laut Google Suche Machiavellis Der Fürst.

In der Autostadt Wolfsburg eröffnet ein neues japanisches Restaurant, das Anan, mit extra einflogenem, japanischem Meisterkoch.

Das Sommerloch geht langsam zu Ende, also erkundige ich mich, was meine Lieblingsserien so machen, und wann die Staffeln wieder starten: Lost, StarGate SG-1 und StarGate Atlantis, Monk und Battlestar Galactica.

September

Diesen Monat beschäftige ich mich vor allem LaTeX, Bibtex und Alphadin. Ich schaue mir an, wie man vernünftige Vorlagen mit LaTeX baut.

Auch mit SQLite3 schaue ich mir noch näher an. Eine wirklich feine, kleine und mächtige Datenbank.

Mitte September will ich von Google wissen, wo eigentlich der Experimentalfilm A Scanner Darkly bleibt. In den U.S.A. lief er schon vor über einem Jahr. Naja, lohnt wohl wieder nicht, so was in Deutsche Kinos zu bringen. Also muss man sich ja wieder woanders seinen Kinoeintritt holen. Selber schuld, die Filmstudios.

Eine ISO-Prüfung im Haus führt mich zu Dilbert und Dogbert, und ich kann den Bürokratiewahn mit einem lachenden Auge in der Comic lesend überstehen.

Host Europe prahlt laut damit, jetzt auch Python und Ruby anzubieten. Nach meiner Nachfrage, was mit Ruby on Rails oder Django sei, bekomme ich ein kleinlautes Derzeit nicht. Was soll ich dann mit den beiden Programmiersprachen?

Im September arbeite ich mich im Detail in die Befehlssyntax von git ein, was aber schnell und unkompliziert geht. Sogar ein Laie wie ich, kann ohne Probleme branches erstellen und mergen.

Oktober

Immer noch beschäftigt mich LaTeX, es ist einfach cool, was man mit einem puren Texteditor erstellen kann.

Ich setze mir ein neues Wiki auf, DokuWiki nervt irgendwie. Das neue Wiki heißt MoinMoin und basiert auf Python.

Ich schaue mir die PostgreSQL-Datenbank an, und stelle fest, das MySQL dagegen ja fast ein Kinderspielzeug ist. So ein Glück, dass Postgres die von Django favorisierte Datenbank ist.

ActiveCollab, der OpenSource Projektmanager ist jetzt kommerziell, das Projekt wird aber von einem anderen Entwickler in der OpenSource-Lizenz als ProjectPier weiterentwickelt. Danke!

Ich muss mir eingestehen, dass ohne JavaScript-Frameworks und Ajax-Erfahrung kein Arbeitgeber mehr beeindruckt ist. Naja, also such ich mir aus der langen Liste (YUI, Dojo, Mochikit, Prototype, jQuery, …) eins raus: jQuery.

jQuery hat die coolste Syntax und kann alles, was der Kunde von heute so will.

Ich lache herzlich über den Eklat bei Kerner, und schaue mir an, wie die arme Frau Hermann von einer Horde wütender Nazi-Jäger zu Klump gehauen wird. Hach. Die Psychologen nennen das den Mitleidseffekt, weshalb auch der Großteil der Stimmen in Foren und Kommentaren für Eva Hermann ist.

Da ja bald Apples neues Betriebssystem Leopard erscheint, google ich schon mal nach passenden Space-Wallpapern.

Diverse Suchen nach Kuehne und Nagel Logistics und einem Leopard Widget bezeugen es – Leopard ist da. FedEx versagt in meinem Fall total, so bekomme ich Leopard erst am Samstag morgen.

MySQL und PostgreSQL muss ich mir selber kompilieren, aber Apache 2 und PHP sind schon bei Leopard dabei. Außerdem stelle ich fest, dass mein G5 zu langsam für die neuen iChat-Videohintergründe ist. Schade.

Manuela Hoffmann bringt mich auf TaskPaper als GTD-Werkzeug, was ich zwei Wochen teste, dann aber wieder entferne, weil mir einfach noch zu viele Dinge fehlen.

November

Im November rege ich mich über Alias/Autodesk auf, und darüber, dass ich meine arschteure Maya-Lizenz unter Leopard nicht mehr weiterbenutzen kann. Ich schaue mir das geniale Blender 3D an und bereue es, Maya überhaupt gekauft zu haben.

Ich werde endlich Django-Profi (haha, Scherz!) und checke mir die neuste Subversion-Version aus. Mein Projekt passe ich an die neue Unicode-Syntax an.

Voller Freude warte ich auf die Neuverfilmung der Schatzinsel und rege mich dann maßlos auf, wie mies die Geschichte umgesetzt wurde.

Ich überlege mir, ob ich zukünftig mit Markdown, Textile oder ReST als Markup-Sprache arbeiten will, und entscheide mich für Markdown. Textile ist sehr Prozessoraufwendig und rendert im Test um ein riesiges Stück langsamer als Markdown. Außerdem: Bei Textile kann ich auch gleich HTML nehmen. ReST erzeugt mir zu viel Markup.

Ich stelle fest, dass bislang nur Safari 3 automatisch Worte trennt, doch die Alpha-Version von Firefox 3 bringt die freudige Erkenntnis: Man kann jetzt ­ benutzen, um wenigstens modernen Browsern ordentliche Worttrennung zu liefern.

Ich stelle fest, dass Symphony 2 im Anmarsch ist und freue mich darauf.

Irgendwie würde ich gerne ASL lernen, aber mir fehlt die Zeit.

Die Idee von Amazons Kindle finde ich nach einigem Überlegen gar nicht so schlecht, doch ist er A) nicht in Deutschland verfügbar und B) potthässlich. Außerdem will ich als Bücherliebhaber die Dinger doch noch anfassen. Zusätzlich zum Buch für einen kleinen Aufpreis, das wär’ aber was.

Git setze ich jetzt flächendeckend in fast jedem noch so kleinen Projekt ein.

Auf meinem Nachttisch liegt jetzt das Buch Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod, was ich ziemlich lustig und interessant finde.

Für einen Kunden recherchiere ich bei der GEMA, was es kostet multimediale Inhalte auf er eigenen Website zu benutzen und komme zum Schluss: Die sind megadreist. Es lebe CC!

Ich setze jQuery jetzt in Kundenprojekten ein, und benutze es auch gleich für GoogleMaps und SPAM-Schutz von E-Mail-Adressen.

Dezember

Die neue Version von CandyBar kommt raus, und hat jetzt gleich Pixadex integriert. Natürlich muss ich gleich Leopards Aussehen mit neuen Icons und Dock versehen.

Ich überlege mir von einem webbasierenden GTD-Werkzeug auf eine OS X Lösung umzusteigen und teste drei Wochen lang Things und OmniFocus zugleich.

Doch schon nach 14 Tagen steht für mich eigentlich fest: Things ist der Testsieger. Obwohl es derzeit noch weniger Funktionen als OmniFocus hat, fühlt es sich einfach besser an.

Irgendwie kann ich es nicht lassen und kaufe mir einen iPod touch, den ich mit Jailbreak befreien will, was aber erstmal nicht klappt, weil Apple ein Update rausbringt, das die Sicherheitslücke schließt.

Auf ARTE sehe ich einen interessanten Beitrag über die Haddsch - die Pilgerfahrt nach Mekka – und google den genauen Verlauf nach. Diese Welt will sich mir einfach nicht erschließen. Den Teufel steinigen, auf einem Hügel sitzen und heulen, um einen Steinkasten wandern. Wem’s gefällt. Ach ja: Und ich trete aus der evangelischen Kirche aus.

Ich lache mich tot, weil FileMaker ihr neues Datenbank-Produkt Bentō nennt. Die dachten wohl, das heißt Box. Das heißt aber Mittagessen ;)

Durch einen Artikel auf praegnanz.de erfahre ich von der TED Website, die seit dem meine absolute Lieblingsseite ist. Dort kann man sich die Vorträge der TED-Konferenz ansehen, die es seit 1984 gibt. Bei TED sprechen außergewöhnliche Menschen über Forschung, Innovationen, Medien, Religion, Philosophie und vieles mehr. Eine Eintrittskarte kostet 6.000 $ und man kann sich nur für eine bewerben, ob man eingeladen wird, entscheidet TED. Jedenfalls habe ich mir alle 175 bislang veröffentlichten Beiträge schon mal heruntergeladen und eine Menge davon angesehen. Das ist wie ARTE hoch 10.

Kurz vor Weihnachten setze ich mich 1-2 Stunden hin und gestalte in Photoshop ein Mac OS X Leopard-Icon für Django-Projekte. Dies führt zu einem unglaublichen Feedback aus der ganzen Django-Szene und lässt meine Besucherzahlen explodieren. Ich entdecke die deutsche Community und nehme mir vor mich im neuen Jahr an der Übersetzung der englischen Dokumentation zu beteiligen.

Weihnachtsgrüße

Und das war es auch schon, der Jahresrückblick 2007. Ich wünsche allen Lesern ein frohes Fest und einen guten Rutsch ins Jahr 2008.

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