Domains extern hosten

Stefan Imhoff

Viele Domainbesitzer in Deutschland wissen immer noch nicht, dass sie ihre Domains nicht mit dem Speicherplatz zusammen kaufen müssen. Ich erkäre hier, wieso Inklusivdomains eine Mogelpackung sind und was für Vorteile das Trennen von Domain und Webspace mit sich bringen.

Überlicherweise kauft man sich einen Webhosting-Paket bei irgendeinem Anbieter, der dann meist Inklusivdomains mitliefert.

Für viele kleinere Domainbesitzer mag dies auf den ersten Blick wie ein Schnäppchen aussehen, doch der Schein trügt zumeist. Denn mit diesen spottbilligen Angeboten sind Mindestvertragslaufzeiten von 1-2 Jahren verbunden. Gerade im Internet ändern sich die Angebote aber fast schon wöchentlich.

Meist sind auch Domains, die man über seine Inklusivdomains hinaus kaufen kann, über die Maßen zu teuer. Die Preise reichen von günstigen 0,99 € bis hin zu 4,– € (pro Monat).

Die Kosten im Webhosting

Dabei sind es gerade die Domains, die eigentlich keinen oder nur einen minimalen Kostenfaktor beim Hosting ausmachen.

Die wirklichen Kosten des Hostings entstehen durch Festplattenplatz, Speicher und genutzte Bandbreite. Somit sind auch alle Begrenzungen und Paket-Features vollkommen fiktiv und nur zur besseren Werbung abgegrenzt.

Ob ich nun eine, zwei oder hundert Datenbanken benutze, ist technisch gesehen kein Unterschied, genauso wenig, ob mir diese oder jene Programmiersprache angeboten wird.

Doch so ist es für die Webhoster viel profitabler: Möchte der Kunde etwas mehr haben, weil die Ansprüche wachsen, so muss er meist in das nächsthöhere Paket wechseln. Es gibt Webhoster, die tatsächlich für eine zweite Datenbank (100MB) 4,99 €/Monat zusätzlich verlangen…

Zu einem neuen Hoster wechseln

Besonders schmerzhaft bemerkt man aber, dass Hosting von Domains beim Webhoster keine so gute Idee ist, wenn man wechseln will.

Zumeist kommt auf den ahnungslosen eine Flut von Fachbegriffen, Faxen und Formularen zu, von Zeit zu Zeit lehnen Hoster den so genannten KK-Antrag auch einfach erstmal ab, so das ein weiterer gestartet werden muss.

Der Hoster 1&1 hat eine wunderbare Spitzenleistung der Schikane für seine Kunden vorbereitet: Man muss im Kundencenter seine Domains kündigen und für den KK-Antrag freigeben. Daraufhin bekommt man eine Telefonnummer, die man anrufen muss. Der Telefonberater auf der anderen Seite ist wohl dazu angehalten, die Kündigung möglichst auszureden. Danach schaltet er manuell die nötigen Formulare frei, die man noch unterschreiben und an den Hoster faxen muss. Und das, obwohl man sich schon vorher durch private Fragen zweifelsfrei identifizieren musste.

Domains extern hosten

Daher mein Tipp: Hosted eure Domains extern. Es gibt Webhoster, die diesen Dienst anbieten (googlen nach Domainhosting oder DomainRobot).

  • Dies kostet in den meisten Fällen keine Grundgebühr.
  • Man kann so viele Domains für Freunde, Verwandte oder Kunden kaufen, wie man möchte.
  • Man verwaltet seine Handles selber und ist somit Admin-C, Tech-C und Zone-C.
  • Der Preis ist spottbillig: Eine .de-Domain gibt es schon ab ca. 0,30 €/Monat.
  • Man muss nie wieder irgendein Fax schicken: KK-Anträge, Neubestellungen, Kündigungen von Domains – alles per Klick im Browser.

Das beste ist allerdings, das der Umzug einer Domain durch ein simples Wechseln des DNS-Servers innerhalb von wenigen Minuten vollzogen ist.

Doch Achtung: Man benötigt bei seinem Hoster eine eigene IP-Adresse, oder der Hoster muss intern die Möglichkeit geben, externe Anfragen auf das richtige Webhosting-Paket weiterzuleiten.

Mittlerweile lassen aber auch Hoster wie z.B. 1&1 extern gehostete Domains zu.

Damit hat man zwar auch dort leichter die Möglichkeit wieder wegzuziehen, doch bei Knebelverträgen über zwei Jahre ist das nebensächlich.

Ruhig mal Angebote im Ausland ansehen

Daher mein Tipp: Es gibt viele gute Hoster in anderen Ländern, deren Support und Service dem deutschen oft um Lichtjahre vorraus sind.

Monatsverträge, üppige Traffic- und Speicherplatzangebote, modernste Technik und nagelneue Programmiersprachen. Außerhalb Deutschlands wird Webhosting sehr locker genommen, man geht meistens freundlich mit Kunden um und lässt sie ziehen, wenn sie bessere Angebote gefunden haben. Und gerade jetzt profitiert man als Deutscher vom guten US-Dollar, AU-Dollar zu Euro-Kurs.

Deutschlands Webhoster werden es auch noch lernen, doch das dauert hier bekanntlich ja alles etwas länger.

Es gibt einen guten Screencast auf CSS-Tricks, wie man mit externen Domains, DNS-Servern und ähnlichen Dingen arbeitet.

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