Wunschliste: Computerspiele als Film

Stefan Imhoff

Computerspiele bieten oft eine interessante und spannende Story, doch leider gelingt die Umsetzung im Film nur selten. Hier ist meine persönliche Wunschliste von Computerspielen, die ich gerne verfilmt sehen würde.

Da am 13. Dezember 2007 mit Hitman ein Computerspiel aus meinen Gamer-Zeiten ins Kino kommt, will ich in diesem Artikel meine Lieblings-Computerspiele, die eine gute Filmvorlage liefern könnten, aufzählen.

Hitman stand auf meiner Liste, und ich hoffe, dass der Film gut wird; der Trailer sieht jedenfalls sehr vielversprechend aus.

Leider ist es ja bekanntlich ein Problem, dass viele Computerspiele im Kino umgesetzt ein Flop werden. Woran das liegt, kann ich nur vermuten, wohl aber nicht an der Story der Spiele. Es liegt vielleicht eher an den Regisseuren, die sich dieses Stoffs annehmen. Die sind meist eher begeisterte Spieler, dafür aber schlechtere Regisseure.

Max Payne

Max Payne, Max Payne 2 – The Fall of Max Payne und insbesondere Max Payne 3 bieten fantastischen Stoff und würden fantastisches Kino Noir bieten. Der Mord an seiner Familie, die politischen Verstrickungen und der gnadenlose Rachefeldzug lassen sich gut umsetzten. Mit Sicherheit ein Film, der keine Jugendfreigabe erhalten kann.

Erfreulicherweise scheint es ein unabhängiges Filmprojekt zu geben, das sich des Stoffes angenommen hat: Max Payne – Payne and Redemption. Auf der offiziellen Seite kann man im Weblog den Fortgang des Projektes verfolgen und auch schon erste Trailer sehen.

Der Film soll zum Download angeboten werden und laut Planung sogar schon 2007 fertig sein.

Ich persönlich finde aber, dass wir gerade eine wunderbare Max Payne Adaption im Kino hatten, und zwar Death Sentence mit Kevin Bacon. Die Story ist ziemlich ähnlich, das Design bezieht sich definitiv auf Max Payne und es gibt sogar eine Szene, in der sich Kevin Bacon Painkiller einwirft und seine Wunden verbindet. Nur die Bewaffnung fand ich etwas dürftig, Payne bedient sich da eines etwas größeren Kalibers.

Half-Life

Half-Life und Half-Life 2 bieten meiner Meinung nach vor allem guten Stoff, weil der Haupcharakter Gordon Freeman ein Antiheld ist, ein Otto-Normalbüger, der auf den Scheiß eigentlich keinen Bock hat. Die Heldenrolle wird ihm quasi aufgezwungen.

Wie ich bei meiner Recherche gelesen habe, scheint es irgendwelche Gerüchte zu einer Umsetzung zu geben, angeblich sogar schon letztes Jahr.

The Dig

Wissenschaftler gelangen auf einen verlassenen Planeten einer untergegangenen Zivilisation, dazu gab es fantastische Musik von Richard Wagner und atemberaubende Kulissen.

The Dig sollte sogar ursprünglich ein Kinofilm werden, und stammt aus der Feder von Stephen Spielberg. Nur wurde der Film in den 1980ern aufgrund des unzureichenden Technologiestandes nicht realisiert, erst zurückgestellt und dann ganz gestrichen. Eigentlich schade, denn das Skript ist toll.

Outcast

Ähnlich wie The Dig führt Outcast die Hauptfiguren in eine fremde, außerirdische Welt. Das Paralleluniversum, in das die Helden reisen, hat mich damals vor allem wegen seiner immensen Größe und fantastischen Landschaften beeindruckt.

Die Geschichte spielt auf interessante Weise mit dem Zeitsprung-Paradoxon, was auch zu einer interessanten Auflösung am Ende führte.

Die Story von Outcast ist sicherlich nicht leicht zu verfilmen, bietet vielleicht sogar nicht genügend Stoff, aber ich hätte die beeindruckenden Bilder des Paralleluniversums gerne auf der Leinwand gesehen.

Far Cry

Auch Far Cry bietet als Spiel eine tolle Atmosphäre. Eine Mischung aus Urlaub und Safari, dazu noch ein verrückter Wissenschaftler und Mutanten. Besonders packend fand ich den Wechsel zwischen engen, japanischen Bunkerschächten und weiten Stränden und Dschungeln.

Und meinen Recherchen zufolge ist ein Film zu Far Cry abgedreht und kommt 2008 in die Kinos. Ich befürchte jedoch der wird nix, da die Regie Uwe Boll übernommen hat, der auch für die Alone in the Dark Umsetzung verantwortlich ist. Till Schweiger ist Jack Carver, Emmanuelle Vaugier spielt Valerie Cardinal und Udo Kier spielt Dr. Krieger. Kier halte ich ungesehen für eine Superbesetzung, aber Til Schweiger als Jack? Ralf Möller hat auch eine Rolle, ich tippe mal auf einen bösen Söldner. Nachtrag: Wie zu erwarten ist der Film gefloppt und hat sagenhafte 3,2 Sterne auf IMDb bekommen.

Deus Ex

Deus Ex, Deus Ex: Invisible War und Deus Ex: Human Revolution sind die spannendsten Spiele überhaupt. Eine halb-lineare Handlung und mehrere Lösungsmöglichkeiten; dazu konnte man selber wählen, ob man mit purer Gewalt ans Ziel kommen wollte, oder vollkommen ungesehen alle Schwierigkeiten umging.

Die Story wahr schon ziemlich schwere Kost, und setzte ein erhöhtes Bildungslevel voraus, um aus allen Geheimorganisationen, Verschwörungen und Parteien schlau zu werden.

Eine Verfilmung wäre bestimmt spannend gewesen, da Deus Ex viele Zukunftsthesen aufgreift und verarbeitet, z. B. Robotik, künstliche Implantate, gezüchtete Krankheiten, Klonen, weltweite Vernetzung, künstliche Intelligenz, Kleinkrieg und Terrorismus.

Zwischenzeitlich war am Staatstheater Kassel eine Theaterumsetzung geplant, die aber von Eidos in letzter Minute aus lizenzrechtlichen Gründen untersagt wurde.

Eine Verfilmung beider Teile von Deus Ex war durch Columbia Pictures geplant, doch wurde die Produktion im Mai 2004 aus unbekannten Gründen leider eingestellt.

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